– Das Krokodil –

– Das Krokodil –

 

Marie war ein aufgewecktes junges Mädchen das anders
war wie ihre Freundinnen. Sie mochte nicht den Kitsch von
Barbie, Puppenhäusern oder Pferden. Marie mochte, genau
wie die Jungs, Dinosaurier.

Und sie war mutig nur Marie hatte ein Problem.
Sie konnte nicht schlafen.
Egal wie sehr sie sich dabei auch bemühte, es reichte
nur für wenige Minuten nachdem auch ihre Eltern
ebenfalls schlafen gingen.
Es war als gäbe es ausgerechnet unter ihrem Bett
ein Dimensionsloch. Gnome, Zwerge sogar Gespenster
hatte sie schon zu Besuch aber das heute war anders.
Die Gespenster waren harmlos, sie erzählten
ihr Schauergeschichten oder heulten nur rum
aber die Zwerge waren die schlimmsten wenn die
kamen stellten sie ihr komplettes Zimmer auf den Kopf
und verschwanden nicht ehe ihre Eltern wiederkamen.
Der Ärger war natürlich groß und hören tat keiner auf Marie.
Marie war sich aber eins sicher das waren heute
keine Gespenster und keine Zwerge oder Gnome.
Wenn die kamen konnte sie sich, wie an ihr eigenes
Bett gefesselt, nicht mehr bewegen

Es begann Marie zu schütteln und zu rütteln in ihrem
Bett. Ihre Decke verschwand hinter der schmalen
Ritze zwischen ihrem Bett und der Wand. Sie klammerte sich
links und rechts an den Rand
an ihrer Matratze vor der Furcht ebenfalls aus dem Bett fliegen
zu können. Heute musste es riesig sein.
„Bitte nicht!“, rief sie und mit einem Mal setzte ihr
Herz einen Schlag aus, ihr wurde blass als sie mit
einem Mal ein lautes Grunzen vernahm.
„Was ist das?“

Hilfe brauchte sie nicht zu rufen, es hörte sie ja
keiner wenn sich das Dimensionsloch wieder öffnete.
Mit einem Mal sah Marie es, sie setzte sich mit ihrem Rücken
aufrecht an ihre Wand und staunte wie ihr Besucher langsam
begann sich unter ihrem Bett hervorzuschieben.
Erst war es ein pfeilförmiger, spitzer Körper und er wurde immer
skurriler als sie die Beine sah bemerkte sie das es kaum
darauf laufen konnte und sich nur vom Boden abdrückte
und nach vorne schob. Am Ende lief es spitz wie eine
Schlange zu.

Marie tastete nach ihrer Nachttischlampe.
„Hilfe!“, schoss es ihr unfreiwillig heraus als sie es erkannte.
„Ein Krokodil!“, und es breitete sich ausgerechnet
vor ihrem Regal mit ihren Spielsachen aus.
Marie rutschte noch dichter an ihre Wand, sie zog
die Beine an sich heran weg von der Bettkante ehe es
noch nach ihr schnappen konnte.

„Bist du von den fiesen Zwergen?“
„Was machst du hier?„
„Willst du mich fressen?“
„Hallo?“, aber egal was Marie fragte das Krokodil antwortete nicht
und gerade als sich Marie wieder hinlegen wollte
sperrte das Krokodil plötzlich sein Maul auf und man hörte
wieder ein gequältes tiefes Stöhnen das in ein Grunzen
überging. Marie schrak auf, hätte sie dem Krokodil doch fast
ihren Rücken zu gedreht aber als sie wieder nach ihm sah
lag es genauso reglos da wie es erschienen war.
„Warum stöhnst du so sehr? Fehlt dir etwas?“
„Bekommst du keine Luft?“

Marie zögerte sie wusste das Krokodile auch Betrüger waren,
gerne spielten sich auch mit ihren Opfern und warteten nur
einen günstigen Moment ab um dann zuzuschnappen.
Ihre Opfer hätten keine Chance.

 

„Du darfst mich nur nicht fressen, ja?“, vorsichtig setzte Marie
ihre Füße zurück auf den Boden und hockte sich vorsichtig
vor dem Krokodil hin.

„Wehe!“, hob sie nochmal mahnend ihren Zeigefinger.

Marie war mulmig als das Krokodil sein Maul öffnete, sie sah –
in ihrer momentan Position würde sie ihrer Höhe nach komplett
in sein Maul passen.
„Ich tu das, ja? Nicht zu beißen!“, sie wollte das Krokodil erneut
ermahnen aber in Wirklichkeit wollte sie nur Zeit schinden sich
auf ihre letzte Nacht einzustellen.

Marie wanderte nochmal auf den Knien um das Krokodil
herum in Höhe seines Kiefers.
„Okay“, nochmal atmete Marie durch und streckte
ihren Armen nach seinen Rachen aus. Sie bemühte
sich das wenigstens nicht ihr Kopf im Maul des Krokodils
war.
Sie musste sich noch weiter strecken und aufpassen
das sie nicht gleich versehentlich noch einen Reflex
bei dem Biest auslöst und es sie mit seinem Oberkiefer
erschlägt.

„Warte! Ja, da ist was. Ich hab´s!“, es war voller Schleim
und es klebte aber Marie erkannte es trotzdem.
„Das ist mein Teddybär!“
„Du hast meinen Teddybär gefressen?“
„Ich wusste gar nicht das er dort unten lag“,
plötzlich fiel es Marie ein.
„Die Zwerge! Die hatten ihn mir mal genommen“
„Hast du den unterwegs verschluckt?“

„Danke!“
Krokodile taten sich schwer ihre Liebe und Dankbarkeit
auszudrücken, es wirkte ziemlich unbeholfen sogar.
Es fuhr nur sein spitzes Maul unter Maries Arm durch und
kratzte sie unweigerlich mit seinen Schuppen ehe
es wieder unter ihrem Bett verschwand.
„Auf Wiedersehen und Danke dir nochmal“

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Der Geisterbus

Es war eine düstere Novembernacht und ich war allein Zuhause.
Der Hund hatte schon ein paar Mal angeschlagen, als er gegen
Mitternacht endlich Ruhe gab. Ich wälzte mich noch eine Weile hin
und her, hörte das alte Haus ächzen und knarren und war gerade
eingeschlafen, als ich spürte, dass es ganz hell im Zimmer geworden
war. Ich öffnete die Augen und sah, einen Schatten. Es schien als
bewegte ein gefährlicher, schwarzer Dämon seine Klauen und er
wartete nur darauf, meinen Körper packen und mit in die düstere
Unterwelt zerren zu können.
Jedenfalls war das früher noch mein Eindruck. Aber mit den Jahren
lernte ich das es nur ein harmloser Baum war, dessen Äste,
angestrahlt von einer Laterne, ihre fetten, schwarzen Schatten durch
die Vorhänge noch absonderlich gekrümmt in mein Zimmer warfen.
Ich drehte mich wieder um, schob meinen Körper noch ein Stück
tiefer unter meine wärmende Decke und versuchte wieder
einzuschlafen. Es dauerte nicht lang und ich wachte wieder,
geblendet von dem kalten Licht, auf.

Haben sie etwa die Lampe getauscht?“ fragte ich mich.
Mein Zimmer war nur noch weiß, überstrahlt von dem Licht.

Obwohl ich in der ersten Etage wohnte, könnte eine Laterne
unmöglich so steil hoch strahlen, außer es wäre ein Unfall

geschehen vor unserer Haustür. Ich musste es wissen, vorher
würde es mir keine Ruhe lassen. Unbeholfen tapste ich auf meinen

Beinen wie ein junges Reh herum. Um überhaupt noch etwas
erkennen zu können, brauchte ich meine Hände als Sichtschutz und
meine nackten Füße als Orientierung. Plötzlich gab es ein lautes
Krachen. Ohne es zu bemerken war ich mit höchstem Tempo
gegen die Fensterscheibe gekracht. Ich rieb mir meine Stirn
und das Licht wurde endlich ein wenig schwächer. Dann erkannte
ich. Ich sackte sofort zusammen, meine Beine waren wie
Wackelpudding, einfach nicht mehr zu halten, die Muskulatur versagte
ganz einfach. Panik machte sich in mir breit. Ich kauerte mich
unter den Fenstersims, in der Hoffnung er sah mich noch nicht.
Mein Körper zitterte.
War es wirklich möglich?
Stand auf der Straße etwa tatsächlich der Geisterbus?
Das Glas brach nicht und es sollte mein Glück sein. Vorerst.

Der Geisterbus war ein Mythos, eine Legende.
Jedenfalls hielt ich es dafür. Genauso wie den kopflosen Reiter.
Solche Geschichten erzählte man sich vor dem knisternden
Lagerfeuer, wenn es so finster geworden war, dass man nicht mal
mehr die eigene Hand vor den Augen sehen konnte. Zuletzt hörte
ich diese Geschichte vor vier Monaten im Sommercamp. Wir saßen
im Kreis um die lodernden Flammen, die über unsere Köpfe schlugen,
backten uns Stockbrot und jeder erzählte eine möglichst
haarsträubende Geschichte. Der rothaarige Knabe war am besten
bekannt dafür. Wenn er erzählte spielte er mit seiner Stimme.
Mal war sie ganz tief, leise und geheimnisvoll und ein anderes Mal
bildete er damit die verrücktesten und höchsten Töne.
Mit seinem Gesicht konnte er die besten Grimassen schneiden
und sein Kopf, mit den feuerroten Haaren, ging fast mit den
Flammen ineinander über. Er setzte sich auf seine Knie stellte
seinen Rücken senkrecht, umso einen Kopf größer zu sein als
alle anderen. Dann fing er an zu erzählen.

 

„Freunde, ihr werdet es nicht für möglich halten aber
ich sah in der letzten Woche vor unserer Abfahrt den
Geisterbus und heute erzähle ich euch seine Geschichte.
Ihr fragt euch jetzt sicherlich: Was ist dieser Geisterbus überhaupt?
Aber glaubt mir ihr wollt ihn niemals im Leben kennen lernen
und wenn ihr ihn seht ist es schon zu spät. Dann seid ihr nämlich
tot. Ich sah ihn nur in unserer Nachbarschaft ein ganz kleinen
Augenblick, ehe er hinter einer Mauer verschwand.
Es sah aus wie ein Reisebus auf dem allerdings jegliche
Werbung auf den Seiten fehlte, am Steuer saß ein einzelnes
Skelett; es starrte stur durch die panoramaähnliche Windschutzscheibe.
Es heißt seine Scheinwerfer machen einen blind und wenn man
auch nur eine Sekunde zu lang da hinein blickt, findet man sich im
inneren des Busses wieder und das ohne einen Ausweg.

Jede Nacht fährt der Geisterbus in der Nacht herum und sammelt
jene verstorbenen Seelen ein und führt sie ins Jenseits, so
erinnerte ich mich an seine Geschichte. Womöglich hab ich es
auch schon längst überstanden und dieser Bus parkte nur in der
Nachbarschaft. Vorsichtig spickte ich über den Fenstersims,
so dass nur meine schmale Stirn und meine Augen rüber ragten.
Das Licht blendete plötzlich wieder auf. Erst sah ich überhaupt
gar nichts, überall um mich herum war nur dieselbe Farbe.
Weiß. Es gab keine Höhen, keine Tiefen und es gab keine Weite;
nirgendwo woran man sich orientieren konnte. Trotzdem, genauso
schnell wie das Licht aufblendete, verschwand es auch wieder
und ich schrak zurück. Ich stand auf der untersten Stufe einer
steilen Treppe und sah direkt zu einem schneeweißen Skelett auf das
ohne eine Regung stur aus der panoramaähnlichen Windschutzscheibe
auf mein Haus starrte. Unweigerlich suchten meine Hände hinter
meinem Rücken panisch nach einem Türgriff oder einen Nothahn
während meine Augen das Skelett nicht mehr aus den Augen ließen.
Aber auch so sehr ich suchte. Ich fand gar nichts. Vorsichtig
fragte ich den Fahrer, mit stotternder Stimme.
„I-i-i-ist das der G-g-g-geisterbus?“
Das Skelett antwortete nicht und alles was mir jetzt blieb
war der Gang den Bus runter und die Hoffnung für mich sei
kein Platz. Ich schlich den Gang weiter und weiter hinunter,
überall auf den Bänken saßen Menschen älteren Alters. Senioren,
weit über 80. Frauen und Männer. Mein Herz setzte für einen Schlag aus
als ich es entdeckte. Es war ausgerechnet mein liebster Platz.
Der mit der erhöhten Sitzposition direkt über der hinteren Achse.
Neben mir saß eine Frau, mit einem Säugling auf dem Arm. Als
ich mich zögernd setzte, gab’s einen höllischen Ruck und ich wurde in
den Sitz reingepresst. Immer weiter, und weiter raste der Bus
schnell und schneller auf die nahende Hauswand zu. Ich kauerte
mich hinter meinem Sitz zusammen, hockte mich auf den Boden,
vielleicht schrie ich sogar. Ich hörte es nicht, sondern
ich hielt mir die Ohren zu dem drohenden Ende nahe.
Ich wachte auf, saß aufrecht in meinem Bett schweißgebadet,

mein Herz raste und nur langsam beruhigte es sich wieder.

Ich war am Leben und es war nur ein schrecklicher Albtraum.

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Molly Sandén

Ich liebe diese Stimme einfach ❤

Molly Sandén – Mirage
https://www.youtube.com/watch?v=lYxKCnJELWg

Molly Sandén – Freak
https://www.youtube.com/watch?v=sMjDne_Z4Gs

Gruß

stefan23year

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Interaktives Schreiben – Teil 3

Hallo zusammen,

ich halte meine Rede heute kurz.
Willkommen zurück bei meinem interaktiven Schreibspiel!
(https://faml.wordpress.com/2014/05/10/interaktives-schreiben/)
(https://faml.wordpress.com/2014/05/10/interaktives-schreiben/)
(https://faml.wordpress.com/2014/05/24/interaktives-schreiben-teil-2/)

Vielen Dank für eure Vorschläge, es macht wirklich viel Spaß mit euch, wobei ich mir gerne
wünschen würde auch mehr Vorschläge als von katybell zu erhalten 🙂
(Ihr Blog: http://bluetreeblog.wordpress.com/tag/bluetreeblog/ 😉 )

Gerne nehm ich auch Kritiken, dann also.  Viel Spaß beim lesen:
__________________

In der Nacht tobte ein fürchterlicher Sturm, der Wind pfiff nur so um
die Häuser, zottelte an den Bäumen und brachte die ältesten von
ihnen gefährlich ins wanken. Auch um das rote Einfamilienhaus, mit
den schwarzen Dachschindeln auf dem Land, von Jeanette und ihren
beiden Töchtern tobte der Wind. Sie war gerade dabei das Frühstück
zuzubereiten. Es waren Ferien, und für gewöhnlich schliefen beide
lang aus. Sie waren eine glückliche Familie, nur dieser Tag sollte anders werden.
Jeanette war gerade dabei nochmal alle wichtigen Brotauflagen für
das Frühstück zu überprüfen als mit einem Mal ein paar Füße die
Treppe von der oberen Etage herab stapften. Mit einem ziemlichen
Tempo wie sie bemerkte. Es war ihre Tochter, noch in ihrem weißen
Pyjama mit den kleinen bunten Pferdemotiven.
„Melanie, du bist aber früh auf. Hast du gut geschlafen?“ nur ihre
Tochter hört sie nicht Sie nimmt direkten Weg durch das
Wohnzimmer auf die Terrasse, in den Garten zu.
„Nein!“ Jeanette konnte ihre Stimme gerade noch
zügeln, sonst wäre ihr es fast geschehen und sie hätte ihre Tochter
an gekreischt. Sie folgte ihr bis ins Wohnzimmer.
„Wo willst du hin? Zieh dir wenigstens was über die Füße, sonst holst
du dir noch was weg“
„Ich muss nach Flecki sehen!“ und schon verschwindet
Melanie hinter der Hecke im Garten.

Jeanette wundert es nicht, so sehr flehte Melanie schon immer
nach einem Haustier, das es Flecki geworden ist, einen kleinen
Widderzwerg mit schwarz-weißem geflecktem Fell, hat
sie ausgerechnet einer Klassenkameradin zu verdanken.
Die erzählte ihrer Tochter doch tatsächlich dass ihr eigenes
Kaninchen einen ganzen Wurf süßer Kaninchenbabys auf die Welt
gebracht hat. Danach war für ihre Tochter kein Halten mehr, und Jeanettes
Gegenargumente wurden auch immer schwächer.
Schließlich einigte sie sich mit ihrer Tochter darauf dass sie selber
dafür verantwortlich ist aber auch gleichzeitig ihre Schwester ran lassen
musste. Den Stall baute ihr schließlich ihr Onkel.
Jeanette schaut fröhlich ihrer Tochter im Garten nach, auch wenn sie, sie
nicht mehr sehen kann, sie freut sich das Melanie nach wie vor so
sorgfältig mit ihrem Kaninchen umgeht. Jeanette ist sich bewusst wenn
Melanie nach ihrem Kaninchen gesehen hat wird sie schon alleine
wiederkehren. Aber Jeanette sollte sich täuschen.
Nach einer Weile kehrt wieder Leben in das kleine Landhaus ein.
Von oben herab kommt Stefanie in ihrem pinken Hello Kitty Pyjama vorsichtig
die Treppe herunter gestapft, noch reichlich verschlafen und mit
verzottelten blonden Haar reibt sie sich die Augen.
„Du bist aber auch schon früh auf!“
„Ich konnte nicht mehr schlafen“ jault ihre Stimme.
„Na, komm wir frühstücken erst mal. Deine Schwester ist auch bereits auf“
Jeanette nimmt ihre Tochter von der untersten Stufe und trägt sie auf den
Stuhl am Tisch. Am Kakao bedient sie sich bereits selber während
Jeanette nach Melanie ruft die immer noch nicht wiedergekehrt ist.
„Melanie. Frühstücken!“
einen Moment hält Jeanette inne und lauscht, aber sie vernimmt
keine Antwort. „Ich muss nach deiner Schwester gucken gehen,
rühr nichts an wir essen gleich gemeinsam“ mahnt sie ihre jüngste.
Jeanette steigt in ihre Hausschuhe, geht auf die Terrasse hinüber
zu der zerzausten Hecke wo sie Melanie zuletzt gesehen hat.
„Melanie!“
Immer noch keine Antwort, vor Jeanette liegt der Garten,
da hinter ihren Zäunen, die augenscheinlich noch intakt sind, tun
sich gewaltige bewaldete Hügel, die fast schon zu einem Berg
werden, auf. Der Kaninchenstall ist nicht weit weg, er steht
geschützt neben ihrem Haus. Als Jeanette den Rasen betritt
hört sie sofort das suppende, sumpfige Geräusch nassen Gras
und nasser Erde unter ihren Schuhen, und ihre Tochter war barfuß
draußen, eins steht schon jetzt fest. So kommt sie ihr erst mal nicht
wieder ins Haus, aber überhaupt wichtig ist sie erst mal wieder unversehrt
zu finden, noch kann sich aber Jeanette den schlimmsten
Gedanken erwehren. Vielleicht ist Melanie auch einfach nur ausgerutscht,
hat ihren Pyjama versaut und sitzt mit Flecki auf dem
Arm zusammengekauert im Garten. Als Jeanette letztlich
den Kaninchenstall erreicht durchfährt ihr ein Schrecken,
der große Stall auf den langen hölzernen Beinen ist in sich
total zusammengebrochen das Dach ist einfach auf die Stallung
gefallen und im Käfig ist alles verwüstet. Eine schreckliche Nacht
für Flecki, falls er überhaupt überlebt hat. Falls das wirklich stimmen
würde, wäre das ein schrecklicher Fund für ihre Tochter.
Als Jeanette beginnt zu suchen stellt sie schnell fest dass ihre
Tochter hier gewesen sein muss. Immerhin ist das Dach
schon geöffnet gewesen. Es war Jeanette schon klar dass es
irgendwann so weit kommen wird, aber das es schon so früh geschieht
da war nicht mit zu rechnen und sie weiß wie sehr empfindlich
Melanie reagieren kann. Auf jeden Fall ist der Stall leer.
Jeanette geht zurück in den Garten bis zu dem Zaun am Wald.
„Sie wird doch nicht etwa in den Wald gegangen sein?“
fragt sich Jeanette. Den Ruf nach ihrer Tochter spart sie sich.
Sie geht bis vor das Haus, für ihre Beete, rund ums Haus, mit den
verschiedensten farbigen Blumen und Gemüsen hat sie keinen Blick
mehr. Sie ist verzweifelt auf der Suche nach ihrer Tochter und
beschleunigt ihren Schritt bis zu dem Zaun an ihrer abgelegenen
Schotterstraße, die von der Hauptstraße ein kurzes Stück runter führt.
Jeanette geht wild rauf und wieder zurück, wie ein eingeschlossener
Tiger. Sie tritt durch die Gartenpforte, läuft hinauf zur Hauptstraße
und lenkt unweigerlich die Blicke der Autofahrer auf sich da sie
selbst noch ihren dunkelblauen Pyjama trägt. Zum rufen fehlt ihr
schon die Kraft, die Angst und die Sorge, und die Ungewissheit
um ihre Tochter schnüren ihr förmlich den Hals zu.
Von Flecki und ihrer Tochter fehlt jede Spur. Jeanette bleibt nichts
anderes übrig erst mal wieder nach Hause zurückzukehren wobei sie
versucht möglichst tapfer zu bleiben und sich vor Stefanie nichts anmerken
zu lassen. Stefanie sitzt noch noch brav auf ihrem Stuhl und schaukelt
gelangweilt mit ihren kurzen Beinen die kaum den Boden
berühren. „Mama ich hab Hunger! Wann können wir was essen?“
„Gleich. Erst nochmal muss ich telefonieren.
Außerdem isst du doch schon bereits etwas“
schlagartig erstarrt Stefanie in ihrer Bewegung und
versucht vorsichtig ihre kleine gemopste Cherrytomate
runterzuschlucken.

Melanie rennt und rennt, immer weiter und immer weiter weg
von zu Hause noch hat sie Spaß sich mit Flecki ein Wettrennen
in die Natur zu liefern, sie ahnt nicht einmal das sie sich schon
längst verlaufen hat. Sie laufen im zick-zack, oder schlagen völlig
neue Wege ein, quer durchs Unterholz oder im Slalom um die Bäume.
Noch hofft sie insgeheim dass sie nicht dieselbe Geschichte wie der
Igel mit dem Hasen erlebt. Das Laub unter ihren Füßen kitzelt sie,
die Brennnesseln kratzen sie und die tief hängenden Äste kosten
fast ihren Kopf. Nur Melanie ist das egal.
„Flecki? Flecki, wo bist du? Ich seh dich nicht mehr, lauf nicht so
weit vor“
Knock! sagt es mit einem Mal und Melanie liegt benommen am Boden.
Einen Moment achtete sie nicht mehr auf den Weg und übersah
den großen abgebrochenen Ast. Sie überschlug sich. Die ganze Welt
drehte sich bis sie schließlich mit dem Kopf gegen einen Baum schlug.
Sie brauchte eine Weile um das Bewusstsein wieder zurück zu erlangen.
„Das gibt eine schöne Beule“ reibt sie sich schmerzverzerrt den Kopf.
Nachdem sie sich wieder am Baum aufgerichtet hat glaubt sie nicht
was sie vor sich sieht. „Träume ich etwa?
Die Bäume scheinen hier viel höher zu sein als zu Hause“
reckt sie ihren Kopf senkrecht nach oben.
„Ich kann noch nicht mal die Sonne sehen, oder die Spitzen
nur ein einziger, heller Sonnenstrahl trifft hier die Erde.
Es sieht fast aus wie in einem Feenland“ hält sie kurz inne und entdeckt
dann ihr Kaninchen „Flecki!“ Flecki scheint das satte Gras auf der
Lichtung genauso zu gefallen. Genüsslich hockt er da und frisst das frische Grün.
„Wo sind wir hier bloß Flecki?“ setzt sich Melanie zu ihm,
sie streichelt ihn am Rücken und lässt ihn sein Gras weiter
fressen während sie sich versucht zu orientieren.
Melanie lässt ihren Blick über den leichten Hügel vor ihrer Nase
schweifen, wo viele abgeknickte Äste und Bäume liegen.
Es ist ein einziges Labyrinth aus Wurzeln und Baumresten.
„Hier hat der Sturm am heftigsten zugeschlagen. Flecki
wir sollten hier nicht sein. Komm wir gehen, bestimmt
warten sie schon zu Hause auf uns.“ samt ihrem Kaninchen auf dem
Arm erklimmt sie, einen Schritt nachdem anderen, den Hügel.
Oben angekommen tun sich vor ihren Augen noch mehr Bäume, der
verschiedensten Arten und Größen auf. „Wo sind wir bloß?“
noch versucht Melanie tapfer zu bleiben. Sie war immerhin schon
ganze zehn Jahre und clever genug den Weg alleine nach Hause
zu finden. Aber das war der Weg zu ihren Freundinnen, und nicht
im tiefsten Wald trotzdem blieb sie noch zuversichtlich immerhin
war das ihre Heimat und sie wüsste schon wo es lang geht.

„Erzählte Mama nicht davon dass die Wölfe hier wieder zugenommen haben?“

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Interaktives Schreiben – Teil 2

Hallo zusammen,

herzlich Willkommen zurück. Zwei Wochen sind um, es ist Samstag, 13 Uhr!
(https://faml.wordpress.com/2014/05/10/interaktives-schreiben/)
(https://faml.wordpress.com/2014/05/10/interaktives-schreiben/)
Ich melde mich heute wieder zurück mit meinem kleinen Schreibspiel
und ich bin wirklich zufrieden wie es schon am ersten Tag angenommen wurde.
Ich habe zwei schöne Kommentare erhalten aus denen sich hat viel machen lassen.
Dankeschön an euch beiden 🙂

Ich will auch ohne große weitere Vorrede anfangen, die Geschichte wird auch immer länger 😉 😀
Nicht erschrecken ich werde die Geschichte von vorne reinstellen, damit wir sehen wo wir waren
und auch andere in die Geschichte gut hineinkommen.

In der Nacht tobte ein fürchterlicher Sturm, der Wind pfiff nur so um
die Häuser, zottelte an den Bäumen und brachte die ältesten von
ihnen gefährlich ins wanken. Auch um das rote Einfamilienhaus, mit
den schwarzen Dachschindeln auf dem Land, von Jeanette und ihren
beiden Töchtern tobte der Wind. Sie war gerade dabei das Frühstück
zuzubereiten. Es waren Ferien, und für gewöhnlich schliefen beide
lang aus. Sie waren eine glückliche Familie, nur dieser Tag sollte anders werden.
Jeanette war gerade dabei nochmal alle wichtigen Brotauflagen für
das Frühstück zu überprüfen als mit einem Mal ein paar Füße die
Treppe von der oberen Etage herab stapften. Mit einem ziemlichen
Tempo wie sie bemerkte. Es war ihre Tochter, noch in ihrem weißen
Pyjama mit den kleinen bunten Pferdemotiven.
„Melanie, du bist aber früh auf. Hast du gut geschlafen?“ nur ihre
Tochter hört sie nicht Sie nimmt direkten Weg durch das
Wohnzimmer auf die Terrasse, in den Garten zu.
„Nein!“ Jeanette konnte ihre Stimme gerade noch
zügeln, sonst wäre ihr es fast geschehen und sie hätte ihre Tochter
an gekreischt. Sie folgte ihr bis ins Wohnzimmer.
„Wo willst du hin? Zieh dir wenigstens was über die Füße, sonst holst
du dir noch was weg“
„Ich muss nach Flecki sehen!“ und schon verschwindet
Melanie hinter der Hecke im Garten.

Jeanette wundert es nicht, so sehr flehte ihre 10-jährige Tochter schon immer
nach einem Haustier, das es Flecki geworden ist, einen kleinen
Widderzwerg mit schwarz-weißem geflecktem Fell, hat
sie ausgerechnet einer Klassenkameradin zu verdanken.
Die erzählte ihrer Tochter doch tatsächlich dass ihr eigenes
Kaninchen einen ganzen Wurf süßer Kaninchenbabys auf die Welt
gebracht hat. Danach war für ihre Melanie kein Halten mehr, und Jeanettes
Gegenargumente wurden auch immer schwächer.
Schließlich einigte sie sich mit ihrer Tochter darauf dass sie selber
dafür verantwortlich ist aber auch gleichzeitig ihre Schwester ran lassen
musste. Den Stall baute ihr schließlich ihr Onkel.
Jeanette schaut fröhlich ihrer Tochter im Garten nach, auch wenn sie, sie
nicht mehr sehen kann, sie freut sich das Melanie nach wie vor so
sorgfältig mit ihrem Kaninchen umgeht. Jeanette ist sich bewusst wenn
Melanie nach ihrem Kaninchen gesehen hat wird sie schon alleine
wiederkehren. Aber Jeanette sollte sich täuschen.
Nach einer Weile kehrt wieder Leben in das kleine Landhaus ein.
Von oben herab kommt Stefanie in ihrem pinken Hello Kitty Pyjama vorsichtig
die Treppe herunter gestapft, noch reichlich verschlafen und mit
verzottelten blonden Haar reibt sie sich die Augen.
„Du bist aber auch schon früh auf!“
„Ich konnte nicht mehr schlafen“ jault ihre Stimme.
„Na, komm wir frühstücken erst mal. Deine Schwester ist auch bereits auf“
Jeanette nimmt ihre jüngste, gerade mal sechs geworden, von der untersten Stufe
und trägt sie auf den Stuhl am Tisch. Am Kakao bedient sie sich bereits selber während
Jeanette nach Melanie ruft die immer noch nicht wiedergekehrt ist.
„Melanie. Frühstücken!“
einen Moment hält Jeanette inne und lauscht, aber sie vernimmt
keine Antwort. „Ich muss nach deiner Schwester gucken gehen,
rühr nichts an wir essen gleich gemeinsam“ mahnt sie Stefanie.
Jeanette steigt in ihre Hausschuhe, geht auf die Terrasse hinüber
zu der zerzausten Hecke wo sie Melanie zuletzt gesehen hat.
„Melanie!“
Immer noch keine Antwort, vor Jeanette liegt der Garten,
da hinter ihren Zäunen, die augenscheinlich noch intakt sind, tun
sich gewaltige bewaldete Hügel, die fast schon zu einem Berg
werden, auf. Der Kaninchenstall ist nicht weit weg, er steht
geschützt neben ihrem Haus. Als Jeanette den Rasen betritt
hört sie sofort das suppende, sumpfige Geräusch nassen Gras
und nasser Erde unter ihren Schuhen, und ihre Tochter war barfuß
draußen, eins steht schon jetzt fest. So kommt sie ihr erst mal nicht
wieder ins Haus, aber überhaupt wichtig ist sie erst mal wieder unversehrt
zu finden, noch kann sich aber Jeanette den schlimmsten
Gedanken erwehren. Vielleicht ist Melanie auch einfach nur ausgerutscht,
hat ihren Pyjama versaut und sitzt mit Flecki auf dem
Arm zusammengekauert im Garten. Als Jeanette letztlich
den Kaninchenstall erreicht durchfährt ihr ein Schrecken,
der große Stall auf den langen hölzernen Beinen ist in sich
total zusammengebrochen das Dach ist einfach auf die Stallung
gefallen und im Käfig ist alles verwüstet. Eine schreckliche Nacht
für Flecki, falls er überhaupt überlebt hat. Falls das wirklich stimmen
würde, wäre das ein schrecklicher Fund für ihre Tochter.
Als Jeanette beginnt zu suchen stellt sie schnell fest dass ihre
Tochter hier gewesen sein muss. Immerhin ist das Dach
schon einmal geöffnet gewesen. Es war Jeanette schon klar dass es
irgendwann so weit kommen wird, aber das es schon so früh geschieht
da war nicht mit zu rechnen und sie weiß wie sehr empfindlich
Melanie reagieren kann. Auf jeden Fall ist der Stall leer.
Jeanette geht zurück in den Garten bis zu dem Zaun am Wald.
„Sie wird doch nicht etwa in den Wald gegangen sein?“
fragt sich Jeanette. Den Ruf nach ihrer Tochter spart sie sich.
Sie geht bis vor das Haus, für ihre Beete, rund ums Haus, mit den
verschiedensten farbigen Blumen und Gemüsen hat sie keinen Blick
mehr. Sie ist verzweifelt auf der Suche nach ihrer Tochter und
beschleunigt ihren Schritt bis zu dem Zaun an ihrer abgelegenen
Schotterstraße, die von der Hauptstraße ein kurzes Stück runter führt.
Jeanette geht wild rauf und wieder zurück, wie ein eingeschlossener
Tiger. Sie tritt durch die Gartenpforte, läuft hinauf zur Hauptstraße
und lenkt unweigerlich die Blicke der Autofahrer auf sich da sie
selbst noch ihren dunkelblauen Pyjama trägt. Zum rufen fehlt ihr
schon die Kraft, die Angst und die Sorge, und die Ungewissheit
um ihre Tochter schnüren ihr förmlich den Hals zu.
Von Flecki und ihrer Tochter fehlt jede Spur. Jeanette bleibt nichts
anderes übrig erst mal wieder nach Hause zurückzukehren wobei sie
versucht möglichst tapfer zu bleiben und sich vor Stefanie nichts anmerken
zu lassen. Stefanie sitzt noch noch brav auf ihrem Stuhl und schaukelt
gelangweilt mit ihren kurzen Beinen die kaum den Boden
berühren. „Mama ich hab Hunger! Wann können wir was essen?“
„Gleich. Erst nochmal muss ich telefonieren.
Außerdem isst du doch schon bereits etwas“
schlagartig erstarrt Stefanie in ihrer Bewegung versucht
vorsichtig ihre kleine gemopste Cherrytomate
runterzuschlucken.

Was meint ihr wie ist das Verhältniss zu ihren Töchtern?
Soll sie schon die Polizei rufen?
Oder einen Perspektivenwechsel auf Melanie?
Wobei ich dann schon wissen müsste wo sie überhaupt steckt, schlagt mir einfach alles
vor egal was, ganze Sätze, einzelne Worte oder sogar entworfene Texte.

Ich freue mich auf eure Mitarbeit 🙂

Ihr, euer Stefan

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Der Kai im Mai mit seinem Ei

Nicht ganz so ernst gemeint 😉
Aber ich rate trotzdem jedem Kai, achte auf dein Ei !

Der Mai, der Mai meint der Kai.
Jeden Tag Sturm, jeden Tag Regen det is doch net mehr scheen.

Der Kai im Mai besitzt mehr kein Ei.
Mei, mei, mei Kai muss raus zu Sky.
Denn bei Sky da gibt´s mehr Ei für Kai.

Ohwei draußen regnet es Kai tatsächlich ein.
So eine Pein, er würd am liebsten wein.
Also Dawai, Dawai schnell rein zu Sky.
Schnell kauft Kai sein Ei und kehrt daheim wieder ein.
Glückwunsch Kai zu deinem Ei.

Guten Appetit

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Interaktives Schreiben – Teil 1

Los geht´s
(https://faml.wordpress.com/2014/05/10/interaktives-schreiben/)

In der Nacht tobte ein fürchterlicher Sturm, der Wind pfiff nur so um
die Häuser, zottelte an den Bäumen und brachte die ältesten von
ihnen gefährlich ins wanken. Auch um das rote Einfamilienhaus, mit
den schwarzen Dachschindeln auf dem Land, von Jeanette und ihren
beiden Töchtern tobte der Wind. Sie war gerade dabei das Frühstück
zuzubereiten. Es waren Ferien, und für gewöhnlich schliefen beide
lang aus. Sie waren eine glückliche Familie, nur dieser Tag sollte anders werden.
Jeanette war gerade dabei nochmal alle wichtigen Brotauflagen für
das Frühstück zu überprüfen als mit einem Mal ein paar Füße die
Treppe von der oberen Etage herab stapften. Mit einem ziemlichen
Tempo wie sie bemerkte. Es war ihre Tochter, noch in ihrem weißen
Pyjama mit den kleinen bunten Pferdemotiven.
„Melanie, du bist aber früh auf. Hast du gut geschlafen?“ nur ihre
Tochter hört sie nicht Sie nimmt direkten Weg durch das
Wohnzimmer auf die Terrasse, in den Garten zu.
„Nein!“ Jeanette konnte ihre Stimme gerade noch
zügeln, sonst wäre ihr es fast geschehen und sie hätte ihre Tochter
an gekreischt. Sie folgte ihr bis ins Wohnzimmer.
„Wo willst du hin? Zieh dir wenigstens was über die Füße, sonst holst du dir noch was weg“
„Ich muss nach Flecki sehen!“ und schon verschwindet Melanie hinter der Hecke im Garten.

Was könnte wohl als nächstes geschehen?
Wer ist Flecki? Und was ist überhaupt los?

Euer Stefan

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